klanginstallationen 2010

ute safrin

ZEITges(ch)ehen

Ausstellung zum
Tempelhof-Schöneberger Kunstpreis 2010
Galerie im Rathaus Tempelhof
Tempelhofer Damm 165
12099 Berlin

Veranstalter:
Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin
Abteilung Schule, Bildung und Kultur / Kunstamt
Aus dem Konzept:

Die Einsamkeit der Regenschirme * Klanginstallation

Ich schaue mich um, in dem zukünftigen Ausstellungsraum, im Alten Rathaus Tempelhof.
Auf einem Schieferfußboden, schlagen Stühle mit schwarzen Plastikpolstern Wurzeln.
Weiße Tische stehen sich die Beine in den Bauch. Kästen mit unverkleideten Neonröhren unter der Decke blicken gelangweilt zurück.
In einer Raumnische Abgestelltes gähnt mich an. Niemand kennt das Gefühl der Vitrinen, die leer vor sich hin glotzen. Wir wissen nicht ob die Stühle, übereinander gestapelt, auf Sitzende warten Oder ob sich die Garderobenständer auf Mäntel freuen.

Jeder Mensch ist Mensch plus Dinge **
Was sind die Dinge ohne uns?
Wartende.
Sie warten.
Wir warten.
* Joaquín Gurruchaga, 30. November 1982:

Niemand kennt die Einsamkeit der Regenschirme.
Niemand weiß, dass die Höfe die Blumen lieben.
Und dass der Rauch der Kamine im Winter wie ein Klang ist,
der sich auflöst, ohne gehört zu werden.
Wir wissen der eine von dem anderen nichts.
Wir kennen nicht die Stimme der Schränke.
Das alte Leben einer Blumenvase.
Die leisen Stimmen der Teppiche.
Die einfältige Gewalt der Klingeln.
Oder die Grausamkeit oder Zärtlichkeit eines Telefons.
Wir wissen nichts von den Dingen.


** Italo Calvino in
Gesammelter Sand: Die Erlösung der Dinge

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